Neuerscheinungen im Februar/ März 2009_________Emely und die Ausserirdischen.________Kinderbuch für Erwachsene_____________Die Rache des Quetzalcoat_______verrückte Reise ins Nirvana..
   
  Edition .Goldener Falke
  Aschbach
 



Leseprobe


Aschbach – Geschichte und Geschichten aus dem Steigerwald

 

 Liebe Leserinnen und Leser,

„wie alt ist Aschbach wirklich?“

Die Antwort auf diese Frage ist nicht einfach. Offiziell gilt der 1.Mai 1136 als „Geburts-Tag“, denn an jenem historischen Maientage „fiel ein Lichtstrahl der Geschichte auf unseren Ort.“ Am nächsten Tag war das Licht wieder fort und Aschbachs Heimat-Geschichte versank für viele Jahrhunderte im Dunkeln. So steht es bislang geschrieben.

Ein aufrechtes Häuflein privater Heimatforscher wollte an diesen seltsamen Stromausfall nie so recht glauben, denn obwohl die Elektrizität eine Erfindung der Neuzeit ist, so kannten doch schon die alten Griechen die elektrische Eigenschaft geriebenen Bernsteins (Elektron). Anno  1921 wurde Aschbach sogar elektrisch erhellt - und bis dahin erzeugte man Lichtquellen halt mit Fackeln, Rübenöllampen, Stearinkerzen und Petroleum-Funzeln. Das bedeutet, dass unsere Heimatgeschichte sehr wohl beleuchtet werden kann. Man muss nur ein Lichtlein anzünden.

So eine Lichtquelle hat zu jeder Zeit ziemlich viel Geld gekostet. Das hält jedoch die wenigsten Bürgermeister davon ab, ihren Bürgern eine fundierte Ortschronik zu schenken. In Aschbach ist das leider nicht möglich, denn das Rathaus ist verschlossen, der Bürger-feister samt Gemeinderat verschwunden. Dieses Mysterium geschah am 1. Mai 1978, auf den Tag genau 842 Jahre nach der bislang ersten urkundlichen Erwähnung. Seit jenem denkwürdigen Tag im Mai ist es mit der Aschbacher Eigenständigkeit vorbei. Und weil der 1.Mai als Tag der Arbeit bekannt ist, arbeiten seither die Schlüsselfelder Kommunal-Politiker an der Verwaltung ihres „Stadtteils Aschbach“.

Historisch betrachtet erscheint dies ziemlich merkwürdig, denn die erste urkundliche Erwähnung Schlüsselfelds stammt aus dem Jahre 1336. In jenem Jahr erwarb Konrad III. von Schlüsselberg nahe der schon 769 urkundlich erwähnten Siedlung Thüngfeld, ein Stück Wildnis und erbaute dort seinen Marktflecken Schlüsselfeld. Genau zweihundert Jahre vor der Gründung Schlüsselfelds war in Aschbach bereits die St. Marien Kirche eingeweiht worden. Was vorher hier passiert ist, lässt sich nur mühsam rekonstruieren, denn erst mit dem Einsetzen der Schriftlichkeit im frühen Mittelalter werden die historischen Konturen einigermaßen deutlich. Ab dem Spätmittelalter verdichten sich die urkundlichen Belege. Sie tatsächlich aufzufinden und chronologisch aneinander zu reihen ist keine sonderlich leichte Aufgabe. Nicht zuletzt deshalb müssen die Bürgermeister für eine Ortschronik meist tief in ihr Gemeindesäckl’ greifen. Im vorliegenden Fall hat sich das erübrigt, weil es in Aschbach bekanntermaßen keinen Bürgermeister mehr gibt. Geschichtsinteressierte Bürger gibt es trotzdem viele, aber denen wollten die Schlüssel-felder Stadtväter keine eigene Chronik spendieren. 

Wie unsere Vorfahren einstmals lebten, lässt sich heute nur noch schwer vorstellen. Die adeligen Dorf-und Grundherren haben ihnen nichts geschenkt. Gar nichts. Die waren vielmehr darauf bedacht ihre „Untertanen“ nach allen Regeln der Kunst auszubeuten. Keinen Deut besser haben sich die Kleriker benommen. Deshalb kommen in der historischen Rückschau die adeligen und geistlichen Herren ziemlich schlecht weg. Schuld daran sind sie selbst. Angefangen von den „Heiligen Vätern“ bis hinunter zum kleinsten Mönch haben sie ihre unglaublichen Geschichten mit eigener Feder geschrieben. In den offiziellen Ortschroniken werden die Eskapaden der Kleriker meist stillschweigend über-gangen. Dieser Wunsch ist, mit einigem Nachdruck, auch an mich herangetragen worden. Weil ich ihm nicht entsprochen habe, hat man mir auf lokaler Ebene jedwede finanzielle Unterstützung verweigert, und mir sogar  unterstellt ich würde „die Kirche hassen.“  Ich darf  an dieser Stelle erklären, dass dies keinesfalls so ist. Mir ist  durchaus bewusst, dass die katholische und evangelische Kirche  wichtiges und wertvolles für die sittliche Reife ihrer Gläubigen geleistet hat, und leistet. Es gab und gibt unzählige fromme Kleriker, vom Papst bis hin zum kleinsten Laienbruder. Es gibt Millionen Klosterfrauen, die aus Über-zeugung und Liebe zu Gott und den Menschen fromme Werke tun. Was die Vorgänger dieser gottesfürchtigen Kleriker getan haben, ist von mir nicht aufgeschrieben worden um der Kirche zu schaden, sondern um einigermaßen verständlich zu machen, unter welchen Bedingungen unsere Vorfahren ihr Leben fristen mussten, denn fränkische Könige und Kaiser, Adelige und Kleriker haben einst im ständigen mit-und gegeneinander Land und Leute geprägt. Weltliche und kirchliche Feudalherren entschieden über Gedeih und Verderb, Leben und Tod. Sie haben mit blutiger Feder unsere Geschichte geschrieben. Die schlimmsten Kapitel stammen aus der Hand der „Heiligen Väter“ in Rom. Über diese Schurken sind schon unzählige Bücher geschrieben worden. Das vorliegende mag, wie viele andere, subjektiv verfasst sein, aber es ist nicht vorsätzlich gefälscht, so wie abertausende vatikanische Schriftstücke.

Wer sich also wirklich vorstellen möchte, unter welchen Umständen aus einer kleinen keltischen Ansiedlung namens Ascabach im Mittelalter das Rittergut Aspach, und schließlich im 18. Jahrhundert der Markt Aschbach geworden ist, kommt nicht umhin den Einfluß von Kirche und Adel miteinzubeziehen. Unsere Heimatgemeinde ist über viele Jahrhunderte hinweg von adeligen Dorf-und Grundherren dominiert – um nicht zu sagen ausgebeutet – worden. Die „hochwohlgeborenen Herren vom Kaulberg“ haben unseren Vorfahren viel genommen, und wenig gegeben. Das Ende dieser Feudalherrschaft liegt gerademahl 150 Jahre zurück, und obwohl „Aschbi“ damals schon Marktrecht besaß, konnte es sich erst ab 1848 zu einem Marktflecken im eigentlichen Sinne entwickeln

Bis 1942 hat es hier auch eine große jüdische Kultusgemeinde gegeben. Das tägliche Leben in einem Ort mit Protestanten, Katholiken und Juden muss außerordentlich  interessant gewesen sein. Dass die „gute alte Zeit“ allerdings längst nicht so gut war, wie wir uns das heutzutage vielleicht vorstellen, wird deutlich, wenn wir uns näher mit den  alten Schriftstücken befassen. Aus ihnen erfahren wir ungeschminkt, wie ärmlich unsere Vorfahren leben mussten.

Der Steigerwald ist in den vergangenen 1.000 Jahren immer wieder mit Kriegen überzogen worden. Hungersnöte und Seuchen haben dazu beigetragen,  „die Not der kleinen Leute“  fast ins Unerträgliche zu steigern. Dass es trotz aller Not und Armut auch allerhand  lustige Episoden gegeben hat, versteht sich von selbst, denn die „Aschbier“ sind schließlich ein Völkchen, das nach dem 30jährigen Krieg aus den verschiedensten Nationen und Religionen zusammengewürfelt wurde.

Ich bin ein geborener „Aschbier“ und habe versucht unsere Heimatgeschichte so weit wie möglich zu erforschen. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe ich selbstverständlich nicht. Da es sich bei dem vorliegenden Werk um keine offizielle „Heimatchronik“ handelt, habe ich mir erlaubt den Lesefluß nicht durch übermäßige Quellenhinweise zu stören, und „die Not der kleinen Leute“ durch die eine oder andere Humoreske aufzulockern.

Viel Spaß beim lesen,

 Ihr

Ted Kammerer

 

Hunibalds Chronik

„Die Teutschen haben mit den Urkunden ihrer Vergangenheit gar übel hausgehalten. Mindestens tausend Jahre mystische und fünfhundert aus der Heldenzeit, ungerechnet die alte Nacht die außerhalb aller Erinnerung liegt, sind rein erloschen, und die Geschichte hat ihre eigene Jugend blöd vergessen, und geht beym Ausland um zweifelhafte Auskunft über ihren Ursprung betteln.

So langes Leben  frey und frank im frischen Waldesgrün, das den Menschenstamm  hoch und kräftig und dichtbelaubt hinaufgetrieben, muß auch eine gleiche Geschichte getrieben haben. Aber die Eiche ist gefällt und in bürgerlichen Haushalt verbaut. Nur in den fernen Norden haben einige Erinnerungen mit den Überresten der damaligen Thiergattungen sich geflüchtet. Die neuere Geschichte spielt um Kirche und Pallast, innerhalb der Ringmauer der Städte und kennt nicht mehr den alten Hain, den sie mit Hirschgespann durchzogen, denn sie hat sich, wie es der Lauf der Zeiten mit sich gebracht, zahmer Cultur ergeben. Die Schriften des Plinius von den germanischen Kriegen sind vernichtet, jedoch ein ungeahnt wichtiges Denkmal teutscher Geschichte ist auf uns gekommen, die Frankenchronik des alten Hunibald:

DE ORGINE FRANCORUM UND COMPENDIUM SIVE BREVARIUM PRIMI VOLUMINIS CHRONICORUM.

Der Autor Hunibald behauptet von sich, dass er ein Franke und Zeitgenosse König Chlodwigs I. gewesen sey, und bey dessen Taufe durch den heiligen Remigius an Weihnachten 499 zugegen gewesen seye. So erfahren wir, auf welche Urkunden Hunibald sich beruft. Als ersten und ältesten von allen Zeugen führt er Wasthald den Sicamber (Scythen) auf, einen Zeitgenossen König Markomirs. Dieser Wasthald hatte die Geschichte seines Volkes in 12 Büchern aufgeschrieben, und zwar von der Zerstörung Trojas bis hin zum Tod König Markomirs im Jahre 413 vor Christo. Zur Zeit Priams, 373 Jahre vor Christo, blühte Theocal der Sohn Markomirs, erfahren in allen Wissenschaften der Griechen, Scythen und Teutschen. Ihn hatte sein Volk zum Oberpriester Wodans gesetzt, und er war Vorsteher Vater, Wahrsager und Prophet. Lange aber bedienten sich die Priester bey ihrem Dienste der griechischen Sprache und erlaubten nicht die Beymischung einer anderen. Das Volk aber, das sich schon im neuen Vaterlande eingewohnt, fing an seine scythische Sprache allmählig mit der sächsischen zu vertauschen, doch so, dass noch viele Wörter übrig blieben, die eher griechischen als theutschen Ursprung verrathen. Tempel aber hatten sie nicht bis zu dieser Zeit, sondern beriethen sich und opferten unter dichtbelaubten Bäumen, nachdem die Priester sie zuvor geweiht. Nun aber war eine Frau unter ihnen aufgestanden, Cambra, des Königs Mutter, Tochter des großen Belln von Brittanien, in ihrer Jugend schön über alle Frauen des Reiches, und so verständig, dass König und Heerführer ihrem Rathe wie dem eines Gottes folgten. Sie milderte die scythisch rohen Sitten, sie lehrte Städte und Burgen bauen, gab Anweisung Flachs zu säen und Hanf der Erde anzuvertrauen, und unterwies die Frauen wie sie ihn zu Kleidern verwebten. Sie sprach Recht und war Wahrsagerin, Priesterin der Diana und Aliurna. Ihr männlich Thun veranlasste ein Sprichwort unter dem Volke, und davon erhielt die Nation, die bisher im Gegensatze mit den eingeborenen Sachsen (= Sassen / Insassen) Neue Magen (Ankömmlinge) genannt worden war, nach ihrem Tode den Namen Sicambern.

Sicambern-Franken

Auf Cambras Geheiß baute  ihr Sohn Priam zwischen den Rheinmündungen zwey Städte Neumagen und Neustadt, beyde fortan auf lange hin der Könige Sitz. In Neumagen wurde dem Wodan der erste Tempel errichtet und in ihm Theocal  zum Priester bestellt, und er erzog die Söhne der Edlen, und unterrichtete sie in den Wissenschaften, weihsagte dem Volk, schrieb die Thaten der Könige in Versen welche die Jugend an Festtagen im Tempel hersang. Zu gewissen Zeiten aber weilte er mit den Priestern in der Wildniß, dort nahmen sie nur späliche Speise und übten sich in der Ergründungdes Sternenlaufs, der Dichtkunst und alten Geschichten. Priams Nachfolger gründete auch der Göttin Pallas ein Heilig-thum, und schlachtete ihr die Knaben unter den Gefangenen, wie es denn überhaupt Sitte war, die männlichen Kriegsgefangenen dem Wodan, die weiblichen der Frigga zu opfern. In der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts vor Christo finden wir den großen Basan, zugleich König und Oberpriester Wodans, dem seiner Weisheit und Thaten wegen die Nation nicht nur königliche, sondern göttliche Ehre erwies. Keiner wagte ihm im geringsten zu widersprechen. Auf Raub, Diebstahl, Ehebruch, Betrug setzte er die Todesstrafe. Wo er ging ließ er sein Schwert vor sich hertragen, als Symbol der Gerechtigkeit, und schonte keines Standes, ja nicht des eigenen Sohnes, wenn sie gegen die Gesetzte die er gegeben, sich versündigten. Darum nannten die Priester ihn Dikajo-Basan, den ge-rechten Basan, das Volk aber Basangott, und es ging von ihm ein Sprichwort aus: „Kennent gy die groten Basan nitt?“  Er erneuerte den Gottesdienst, ordnete zu Priestern in Wodans Tempel die Gelehrtesten in griechischer und germanischer Weisheit, im Wahrsagen, Traumdeuten, in der Sternkunde, Ethik, Physik und Methaphysik. Im Tempel der Pallas, Trittonia und Frigga ordnete er nur Jungfrauen zum Dienste, zu denen in gewissen Zeiten der Zutritt allen Männern frey stand, dass sie im Tempel übten, was der Nahme der Göttin aussagt. Welche Priesterin dabey empfing, opferte ihr Kind der Pallas, nicht zum Tode, sondern zum ewigen Dienst. Wer aus diesen Tritonischen Priesterinnen  eine zur Gattin erhielt, wurde nach der Niederkunft als heilig und den Göttern verwandt geehrt. Nach dem ersten Gebähren war jede gehaltenden den Tempel zu verlassen, weil nachdem die priesterliche Mutter der Göttin ihre Keuschheit geopfert, sie nun jeden, wen sie wollte, heiraten konnte. Von allem dem erzählte Hunibald gar vieles, was uns die Schamhaftigkeit nachzusagen verbietet.“

Zeit und Raum gebieten an dieser Stelle nur  die wesentlichsten Mitteilungen des alten Hunibald zu erwähnen. Glaubt man seinen Worten, dann sind wir Franken eigentlich Sicambern, die den  Trojanischen Krieg überlebt haben. Das antike Troja wurde in der iranischen Sprache Aspah, in den germanischen Dialekten Asgard oder Asburg genannt, was soviel bedeutet wie die Stadt der Asen, der Herren, Helden und Genies. Auf ihrem Weg durch Europa haben sich die genialen Helden zahlreiche Schlachten mit den verschiedensten Völkern geliefert. Sie kämpften  in Thracien, Macedonien und Illyricum. Sie besiegten die Bojer, Taurisker, Gallier, Gothen, Burgunder, Allemannen, Celten und natürlich auch die Römer. Auf die ist der alte Hunibald gar nicht gut zu sprechen, denn er behauptet, dass deren Geschichtsschreiber, allen voran Tacitus die Ereignisse oft „lügen-haft und neidisch“ wiedergeben. Der Sicambern-König Wechtan gab dem Flüsschen Wechta seinen Namen, Odomar, erbaute Odmarshausen. Sie gründeten die Städte Paris, Bonn, Xanten, Maynz, Gröningen, Frankfurt an der Oder, Marcoburg (Marburg) Frankfurt am Mayn und schließlich auch Forchheim. Aus Genebalds Geschlecht stammten die Herzöge von Ostfranken –  und Hunibald  zählt uns ganz genau auf, wer wann und in welchem Theile des späteren Frankenreiches regiert hat. Für unsere Belange ist der Heerführer Theoclas  interessant. Ihm folgte sein Sohn Heligast, und dem wiederum folgte sein Sohn Clodomir. Ihm folgte König Markomir und schließlich 28 Jahre vor Christi Geburt der große Heerführer Frank. Von ihm haben die Sicambern den Namen Franken – die Freyen angenommen. Sein Nachfolger war Chlodimir und dessen Nachfolger der Zauberer, Sterndeuter und Augur Clogio. Dessen Mutter war die Oberpriesterin   Lothildis, Tochter des Königs von Thüringen.

Dass uns Franken viel mit den Thüringern verbindet, wird sich in der Folge noch deutlich erweisen. Wie weit die Chronik des alten Hunibald beweisbar ist, sei dahingestellt. Er jedenfalls nennt eine enorme Anzahl von Zeugen, Gelehrten und Schrifststellern, und er behauptet, dass am Schlusse des vierten Jahrhunderts nach Christi, die Franken sich ihre vier weisesten Männer zu Stammesfürsten erwählten. Einer davon war Basagast, aus dessen Geschlecht sich die Könige Basin von Thüringen ableiten. Ein anderer war Salagast, der Ahnherr der Salier. Aus Vursogast und Veeidogast  aber entwickelte sich das Geschlecht der Windesheim in Ostfranken. Diese Vorstellung ist faszinierend, denn tatsächlich nannten sich die ältest bekannten Ritter unserer Nachbargemeinde Burg-windheim ursprünglich von Vindeheym / Windeheim. Dieser schöne Ort liegt bekanntlich unweit vom Kloster Ebrach.  Klöster sind seit altersher ehrwürdige Häuser, und ihre Äbte stehen außerhalb jeden Zweifels. So auch der Abt Johann Trithemus (*1.2.1462 + 13.12. 1516). Jener überaus gebildete Mann war Vorsteher im Kloster Sponheim und im Schottenkloster zu Würzburg. Ihm standen die umfangreichsten Bibliotheken zur Verfügung, und er war es, der die Chronik des alten Hunibald veröffentlicht hat. Schwarz auf weiß zeigen kann sie uns leider niemand mehr, denn sie soll im Bauernkrieg (1525) vernichtet worden sein. Das brachte dem Abt Trithemus den Vorwurf  ein, dass er seinen Hunibald  selbst erfunden habe. Dieser Meinung schließen sich viele Historiker an. Andere Gelehrte verteidigen den Abt mit allem Nachdruck, wenngleich er der merkwürdigen Überzeugung war, dass die Sicambern, also wir Franken, einstens aus dem guten alten  Troja gekommen sind. Geiselwind und Burgwindheim verraten schon in ihren Ortsnamen, dass ihre Gründer von weit her kamen. Von wo tatsächlich, werden wir vielleicht nie mehr erfahren.

Hunibald - oder dessen Erfinder Trithemus - schreibt, dass mit der Taufe des Franken-königs Clodwigs I. zugleich das Todesurteil über die altdeutsche Dichtung gesprochen wurde, die alte Heldenzeit hörte auf zu existieren. Zumindest das dürfte unbestritten sein, denn die christlichen Missionare waren fanatisch bemüht, die uralten Kultstätten zu zer-stören. Frankens größter aller Götter Odin (Wodan), und seine sämtlichen Mitgötter-und Göttinen wurden von den Missionaren für abgesetzt erklärt. Das ging keineswegs immer reibungslos von statten, und war gar manchesmal sehr ungesund für die christlichen „Heilsbringer.“

Von Ascapah zu Aschbach

Die gewässerreiche Waldlandschaft der Vorzeit war die einzige Quelle alteuropäischer Namensschöpfungen. Auch wenn es uns Nachgeborenen aufgrund des veränderten Landschaftsbildes mitunter kaum glaubhaft erscheint, dass es eine ferne Zeit gegeben hat, in der Wald und Sumpf noch als souveräne Herren regierten und die Vorstellungswelt der Namensschöpfer beherrschten, so wird es letzten Endes doch offenbar, dass der einzelne Ortsname nicht lediglich ein sprachliches Gebilde ist, dem man mit Wörterbuch, Grammatik und linguistischer Akrobatik beikommen könnte, sondern ein Produkt des vorgeschichtlichen Lebensraumes, das erst bei geographischer Betrachtungsweise Leben und Aussagekraft gewinnt.

Durch die bisherige Fehlinterpretation des Ortsnamens hat sich in weiten Kreisen die Meinung manifestiert, Aschbach sei erst vor etwa 1.000 Jahren an einem „Eschen-Bach“ entstanden.

Der Lehrbeauftragte für Etymologie Dr. Hans Bahlow widerlegt dies, indem er ausführt, dass für Aschbach die Bedeutung des zugrunde liegenden althochdeutschen Wortbegriffes Asca nicht „Esche“ sein kann, weil diese stets als Asci bezeichnet wird. Weiter erklärt er, dass Gewässer und Bäche in alter  Zeit niemals nach Baumarten wie Eschen, Buchen, Eichen, Linden usw. benannt wurden. Der Name unseres Heimatortes hat sich demzufolge im Laufe der Jahrtausende von Asca-pah zu Asca-bach und Aspach, bis hin zum heutigen Aschbach entwickelt  und  verrät uns, dass damit eine Siedlung gemeint ist, die ursprüng-lich an einem Bach gegründet wurde, der sich seinen Weg durch ein morastig-sumpfiges Gebiet (asca) bahnen musste.


Das Bernhards-Brünnlein

 

Das Bernhards-Brünnlein – da wo alles begann.

Aus den Hügeln des Steinachsrangens entspringen mehrere kleine Rinnsale, die nach Norden hin in den Steinachsbach münden. Nach Süden hin, fließen zwei kleine Wasser-Läufe und vereinigen am Rande des dunklen Waldes, dort wo der Hammerschmieds-und der Steinachrangen ineinander übergehen, zum „Bernhards-Brünnlein.“  Prosaisch könnte man dieses als die  Wiege Aschbachs bezeichnen, denn es ist  die Quelle des Asca-pah.  Dort scheinen sich die ersten prähistorischen Jäger und Fischer niedergelassen zu  haben. Wer sie waren und woher sie kamen, kann niemand genau sagen. Anhand der ety-mologischen Ortsnamensdeutung des Lehrbeauftragten für Orts-und Flüssenamen Dr. H. Bahlow darf man jedoch  annehmen, dass die Frühbesiedelung Ascabachs schon in kelto-ligurischer Zeit, vor cirka 3.000 Jahren geschah.

Uns Nachgeborenen mag das ziemlich unwahrscheinlich klingen, denn wir haben den Asca-bach schon lange aus unserem Gedächtnis verloren. Für uns entspringt am Bernhards-Brünnlein lediglich der „Kümmelbach.“  Der windet sich durch längst trockengelegte Sumpfwiesen von Aschbach bis Heuchelheim und vereinigt sich dort mit dem Flüsschen Reiche Ebrach.

Warum aus dem „Asca-pah  irgendwann der „Kümmelbach“ wurde dürfte kein großes Geheimnis sein. An seinen Ufern wächst ebenso wenig Kümmel wie am Asch-Bach Eschen. Sein keltoligurischer Name „Cumel-pah“ bedeutet daher im Prinzip nichts  anderes als morastig-schmutziger Bach und diente wohl nur dazu, die Ansiedelung  und  das Gewässer besser von einander unterscheiden zu können. Warum man die Quelle allerdings Bernhards-Brünnlein nennt, ist ein schwieriger zu lösendes Rätsel. Das prä-historische Grundwort „ber“ weißt ebenso wie das ligurische Bern-asca auf Schlamm und Morast hin. Um 600 v. Chr. sind etliche Sumpfbäche als Bertunum oder Berbach bekannt. Die Kelten verehrten am Bertiacum ihre Quellengöttin Veranca und nannten sumpfige Bäche „Bern-afa.“  Es mag daher durchaus sein, das unser „Bernhards-Brünnlein“ seinen Namen bereits in  kelto-ligurischer Zeit erhalten hat?

Mann könnte den Namen allerdings auch  mit dem heiligen Bernhard in Zusammenhang bringen und zwar aus folgenden Gründen: Die prähistorische Siedlung Asca-bach ist zweifelsfrei älter als das benachbarte Zisterzienserkloster Ebrach. Dieses wird erstmals 1127 erwähnt, als der Abt Adam mit 12 Mönchen aus dem französischen Kloster Morimont sich daran machte, hier im dunklen Steigerwald, das erste rechtsrheinische Zisterzienser-Kloster zu errichten. Abt Adam war ein enger Freund des heiligen Bernhard von Clairvaux und wurde von diesem später mit der Kreuzzugspredigt in Ostfranken und Bayern beauftragt. Er stand in hohem Ansehen beim Würzburger Bischof Embricho, bei König Konrad III. und Kaiser Friedrich I. (Barbarossa). Im Jahre 1134 konnte Abt Adam zusammen mit Bischof Embricho die Klosterkirche in Ebrach einweihen. Etwa zur gleichen Zeit erbaute die Freifrau Gundrun (Witwe des Winzio de Ascabach) in Ascabach ihre Eigenkirche. Über deren Einweihungsdatum existiert kein Dokument. Dafür allerdings die Urkunde vom 1.Mai 1136, mit der  Bischof Embricho die Auspfarrung aus der Mutterkirche Hasela (Burghaslach) erlaubte. Diesem Schriftstück ist zu entnehmen, dass Bischof Embricho die Ascabacher Kirche bereits vor 1136 der allerseligsten Jungfrau Maria geweiht hatte. Zur   Begleitung  des Bischofs hat  sicherlich auch der Abt Adam gehört. Das Dorf Ascabach bestand in jener Zeit aus dem Rittergut derer von Ascabach und allenfalls 10 weitverstreuten Gehöften. Ob es den „Dorfbrunnen“ damals schon gab ist nicht nachzuprüfen, aber selbst wenn, das klarste Wasser sprudelte zweifelsohne aus der Quelle des „Bernhars-Brünnleins.“  Diese Quelle mag bis dahin einen kelto-ligurischen Namen getragen haben, nun aber um das Jahr 1135/36 beehrte der mächtige Bischof Embricho nebst Abt Adam und Konvent unser kleines Dorf um die Kirche einzuweihen. Dafür ist neben allerhand anderen geistlichen Handlungen auch ein siebenmaliges Umrunden des Gotteshauses gebräuchlich. Dass dabei viel „Weihwasser“ versprengt wird, versteht sich von selbst. Und wo  hätte man reineres Wasser schöpfen können als am „Bernhards-Brünnlein.“ Dieses klare Quellwasser in geweihtes Wasser umzuwandeln, dürfte dem Abt Adam nicht allzu sehr schwer gefallen sein. Immerhin war er ja einer der engsten Freude des heiligen Bernhard von Clairvaux. Es könnte deshalb durchaus sein, dass unser „Bernhards-Brünnlein“ seinen Namen von Abt Adam zu Ehren seines heiligen Freundes erhalten hat?

Eine dritte und weitaus simplere Erklärung ergäbe sich  aus dem Umstand, dass die einheimische Familie Bernhard über einige Generationen hinweg die „Hammerschmiede“ besessen hat. Die Flur der Bernhard’s reichte bis nahe an das „Bernhards-Brünnlein“ und deswegen könnte es möglich sein, dass der Name daher stammt? Die alteingesessenen Aschbacher kennen jedoch noch die traditionellen Hausnamen und wissen, dass die Bernhard’s schlicht  die „Hammerschmiede“  genannt wurden. Das heißt, wenn sich der Name von ihnen ableiten würde, dann müsste die Quelle eigentlich „Hammerschmieds-Brünnlein“ heißen. Aufgrund fehlender Schriftstücke ist es nicht möglich nachzuweisen, welche der vorgenannten Theorien die sicherste sein könnte. Zu Zeiten der Frühbesiedlung waren schriftliche Urkunden in unserem Land gänzlich unbekannt. Trotzdem weiß man, dass prähistorische Siedlungen zwangsläufig nur dort entstehen konnten, wo es ausreichend Trinkwasser gab. Deshalb besteht kein Zweifel, dass die ersten „Aschbier“ sich in unmittelbarer Nähe des „Bernhards-Brünnlein“ niedergelassen haben.

Prähistorie

Um die Besiedlung unserer näheren Umgebung ranken sich viele Sagen. Es gibt Geschichtsforscher die  behaupten, die Rodungen im nördlichen  Steigerwald  seien  erst um die Zeit Kaiser Karls des Großen (*2.4.742 + 28.1. 814) erfolgt. Andere sprechen von einem gewissen „Altsiedelland“  und wieder andere präsentieren schlicht und einfach die stummen Zeugen ihrer archäologischen Ausgrabungen.

Die ältesten Zeugnisse menschlicher Anwesenheit in der näheren Umgebung stammen aus dem ausgehenden Altpäloithikum (ca. 120.000 – 80.000 v.Chr). Die Funde im Landkreis Kitzingen beweisen, dass damals schon durchziehende Neandertaler auf der Mainfrän-kischen Platte und der Schwanberg-Hochfläche Mammuts, Bisons und Wildpferde gejagt haben.

In das Jungpaläolithikum (jüngere Altsteinzeit, ca 80.000- 10.000 v Chr.) gehören die Steinwerkzeuge vom Schwanberg und der Fischhof-Flur bei Dornheim.

Ein archäologischer Schatz wurde 1976 geborgen. Damals haben Heimatkundler am Fuße der Reblage Schalksberg bei Würzburg das Steinbeil eines Menschen aus der Altsteinzeit (Altpäloithikum) gefunden. Das Alter dieses prähistorischen Werkzeugs wird von Experten auf  80.000  Jahre geschätzt  und beweist, dass “Franken“ auch schon damals kein weißer Fleck mehr auf der Landkarte  war.

Obwohl es von Würzburg nach Aschbach kaum mehr als 50 Kilometer sind, wäre es  übertrieben behaupten zu wollen, dass  auch unser Heimatort schon  in der Altsteinzeit besiedelt gewesen wäre. Die „Steinzeitmenschen“ folgten zunächst den großen Flüssen und deshalb haben sich ihnen das breitgewundene Maintal und die Regnitzauen weitaus früher zur Besiedlung angeboten als der Reiche Ebrach Grund und dessen kleine Nebentäler.

Während des Mesolithikums (10.000 - 4.000 v Chr.) vermehrten sich die Jäger, Fischer und Siedler in unserer Umgebung. Typische Funde aus dieser Epoche sind steinerne Klein-Werkzeuge (Mikroliten), die man in großer Zahl bei Hellmizheim, Großlangheim, auf dem Schwanberg und bei Birkach im Steigerwald gefunden hat.

Mittelsteinzeitliche Speerspitzen, Schaber und Faustkeile wurden auch im Reichen Ebrach Grund gefunden und in unserem Nachbarort Ziegelsambach wurde sogar ein Steinbeil entdeckt. Nun mag es durchaus sein, dass die einstigen Besitzer dieser Utensilien nicht auf Dauer am „Sam-pah“ (Sambach) und  „Asca-pah“(Aschbach) gelebt hatten, denn es war damals  üblich die ausgebeuteten Jagd-und Fischgründe nach einigen Jahren wieder zu verlassen. Wer sich jedoch den ursprünglichen  Wildreichtum des „Steigerwaldes“ und die schier unerschöpflichen Fischwasser vorzustellen vermag, wird eher zu der Meinung neigen, dass die einmal am „Ascabach“ sesshaft gewordenen Siedler keinen vernünftigen Grund gehabt hätten ihr Eldorado wieder zu verlassen.

Man darf daher annehmen, dass die  Besiedlung Ascabachs sich spätestens während des Neolithikums (ca.4000 – 2000 v.Chr.) vollzogen hat. Damals breitete sich in den wald-freien Tälern eine sesshafte Viehzucht-und Ackerbaubevölkerung aus.

In der näheren Umgebung (Schwanberg, Dornheim, Iphofen) haben die Kulturen der Schnurkeramiker ihre Spuren hinterlassen. Die Hügelgräber bei Hellmitzheim und Possen-heim, sowie diverse Einzelfunde in Markt Einersheim, Sondhofen, Mönchsondheim und Breitenlohe belegen eine dichte Besiedlung in der Bronzezeit (ca. 2000-1200 v Chr.) und der so genannten Hügelgräber-Bronzezeit (1600-1200 Chr.).

Zeugnisse  aus der  Urnengräberzeit (1200-800 v.Chr.) wurden in Kitzingen und auf dem Schwanberg entdeckt, sowie in Iphofen, Possenheim, Dornheim, Nenzenheim Einersheim, Altmannshausen, Ullsatadt, Oberscheinfeld, Birkach, Kornhöfstadt.

In Lachheim, Neuses, Oberrimbach und Markt Taschendorf wurden Hügelgräber aus der Hallstadtzeit (850-550 v. Chr.) gefunden. Unzählige dieser prähistorischen Grabhügel sind überwuchert - oder durch den nachfolgenden Ackerbau überpflügt worden.
Kelten

 
 
 
 
 

„Neo-keltische“ Kultsteine im Wald zwischen Wüstenbuch und Debersdorf.

Träger der Hügelgräberkulturen waren damals die in ganz Gallien und Süddeutschland verbreiteten Kelten. Die großen Wanderungen von Keltenstämmen aus Frankreich ab 400 v Chr. führten unruhige Zeiten für ihre sesshaften Volksgenossen im Mainraum herbei. Der Stamm der Bojer ließ sich hier nieder. Die Abschnittswälle auf dem Schwanberg scheinen in der Zeit keltischer Wanderungen zu Verteidigungszwecken gedient zu haben. Ähnliche Ringwälle sind noch erkennbar auf dem Frankenberg, auf dem Düllberg bei Breitenlohe, und auf der Steigerwald-Hochfläche „Sandhügel“ nördlich von Geiselwind.

Der  kelto-ligurische  Ortsname Asca-pah und  andere verwehte Spuren weisen darauf hin, dass unser Heimatort wahrscheinlich schon zur Zeit der Kelten besiedelt war. Archäo-logische Grabungen hat es hier zwar bislang nicht gegeben, die mündliche Überlieferung besagt jedoch, dass einst in der Nähe des Bernhards-Brünnleins  keltische  Waffen und Schmuckstücke  gefunden  wurden.

Einige hundert Meter südwestlich dieser Stelle erinnert heute noch die Flurbezeichnung „Kohlplatte“ an einen ehemaligen Kohlenmeiler. Noch einige hundert Meter westlich grüßt schon unsere Nachbargemeinde „Hohn“ (am Berg).

Über deren Ortsnamen Hohn ist viel gerätselt worden. Eine mögliche Erklärung könnte darin liegen, dass sich die Kelten sowohl als „Krieger“ wie auch als „die Hohen“ übersetzen lassen. Keltische Häuptlinge bewohnten meist einen gerodeten Hügel, der von Festungswällen umgeben war.

Die Kelten waren „das Volk das aus dem Dunklen kam“  und so mysteriös wie sie die Weltbühne betreten hatten, verschwanden sie auch wieder im Nebel der Geschichte. Einige Jahrhunderte lang beherrschten sie das Gebiet  von der Nordsee bis zur Adria im Süden, von Portugal im Westen bis hin zum Schwarzen Meer im Osten. Im Jahr 390 v. Chr. zog ihr Führer Bellovesus mit 200.000 Kriegern über die Alpen, vertrieb die Etrusker, plünderte Rom und unternahm Heerfahrten bis nach Sizilien. 490 führte Brennus sein keltisches Heer nach Delphi, brannte den Apollo-Tempel nieder und „nahm alles mit, was sich in den Steinhäusern entlang dem Kultweg befand.“

Die Kelten waren jedoch nicht nur heroische Krieger, sondern geschickte Handwerker und weitgereiste Kaufleute. Sie teilten sich auf in Stämme oder „Clans“, wohnten in Hütten aus Stroh und Lehm, ernährten sich hauptsächlich von Wild, Schweine-und Rindfleisch, tranken gerne aus Korn gebrautes Bier und Met aus wildem Honig und Wein. Sie ließen ihre  Gäste von Barden unterhalten, die ihre Heldentaten besingen mussten, und ihr König hörte auf den Rat  seiner Druiden. Diese mysteriösen Priester wurden aus den vornehmsten Familien ausgewählt, wohnten mit den Häuptlingen auf deren befestigten Höhen oder in heiligen Hainen, am liebsten  aber an einer Quelle.

Zwar gibt es in unserer unmittelbaren Nähe  keine keltischen Kultstätten mehr, dafür aber nicht weit von Ebermannstadt. Dort befindet sich nahe der Ortschaft Gasseldorf der Druidenstein, bei Wohlmannsgesees der Druidenhein und bei Gößweinstein ein keltischer Ringwall.

Bei Bamberg gibt es die berühmte „Jungfernhöhle“ und ähnliche Kultstätten in denen unsere Urahnen ihren Göttern noch Jungfrauen opferten, hat es auch bei Marktbreit und Hohenfeld gegeben. Die steinernen Götzen aus Pröllsdorf und Zentbechhofen, die unzähligen frühzeitlichen Gräberfelder zwischen Main und Regnitz, die keltische Fliehburg bei Frankendorf und das „Heidenschlösschen“ bei Großbuchfeld lassen darauf schließen dass der Steigerwald schon in keltischer Zeit weiträumig besiedelt war.

Der Autor Franz Wittman  berichtet in seinem Buch  „Aschbach im Steigerwald“ über die zahlreichen Hügelgräber aus vorkeltischer und vorgermanischer Zeit bei Burgebrach, Dippach, Bamberg, Treppendorf, Oberköst, Priesendorf, Lembach, Trunstadt, Schlüsselau, Walsdorf, Steinsdorf, Förtschwind, Weingartsgreuth und Schönbrunn. Zu ihnen gesellen sich dich die „heidnischen“ Begräbnisstätten bei Hombeer, Münchsteinach, Stübach, Schornweisach, Birkach, Breitenlohe, Dornheim, Helmitzheim, Kirchrimbach, Korn-höfstadt, Markt Bibart, Possenheim, Scheinfeld, Schwarzenberg, Taschendorf, Ullstadt, Rosenbirkach, Seitenbuch, Mainbernheim, Feuerbach, Großlangheim, Dankenfeld und Eltmann. Darüberhinaus bestätigen die Befestigungsunalagen in Castell, Willanzheim, Breitenlohe, Krassolzheim, Bullenheim und Iphofen die frühzeitliche Besiedelung unserer näheren Umgebung.

 


Edition Goldener Falke ©

Nachdruck  gemäß  - § 106 UrhG

AUCH AUSZUGSWEISE - VERBOTEN -

 
  Du bist der 20415 Besucher  
 
Schreibt ihr auch gerne Geschichten, Romane, oder etwas ganz anderes ? und seid auf der Suche nach einem Verlag ? ..Dann schickt uns doch einfach und unverbindlich euere Manuskripte . Lets fly together . Diese Webseite wurde kostenlos mit Homepage-Baukasten.de erstellt. Willst du auch eine eigene Webseite?
Gratis anmelden